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Ethisches Investment

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In der jüngsten Vergangenheit wird intensiv über die Rolle der Finanzmärkte bei der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung diskutiert. Dabei wird dem Bereich des Socially Responsible Investments zunehmende Bedeutung beigemessen.

Das Thema Socially Responsible Investments (SRI) – als Oberbegriff für Investments, bei denen neben finanziellen auch umweltbezogene und soziale Aspekte in die Anlageentscheidungen miteinbezogen werden - ist heute aktueller den je: Zum einen hat das prinzipiengeleitete Investment in den letzten Jahren zunehmende Verbreitung erlangt. Wenn auch noch nicht quantitativ bedeutend, hat dieser noch junge Investmentstil bereits eine erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit erlangt. Zum anderen liegt die Aktualität darin begründet, dass die Diskussion um die Rolle der Unternehmen zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung in den letzten Jahren an Intensität gewonnen hat. Zahlreiche Ereignisse, die alle auf nicht verantwortliches Handeln zurückzuführen sind, verhalfen dem Bewusstsein zum Durchbruch, dass die Wirtschaft nicht auf Dauer so funktionieren kann. Der Aspekt der Nachhaltigkeit findet in den Unternehmen eine deutlich zunehmende Aufmerksamkeit.

Das ständig steigende Interesse nach nachhaltigen Geldanlagen hat eine klare Ursache. Viele Anleger halten Umweltschutz, die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten für wichtig, finanzieren aber gleichzeitig ungewollt und unwissentlich mit ihren Geldanlagen Umwelt zerstörende und sozial unverträgliche Produkte und Projekte. Immer mehr Anleger möchten diesen Widerspruch zwischen ihren Ansprüchen und der Wirklichkeit ihrer Vermögensanlage überwinden. Sie erwarten von ihrem angelegten Geld nicht nur ausreichende Sicherheit und Rendite, sondern auch Übereinstimmung mit ihren Wertvorstellungen. Deshalb entscheiden sie sich für nachhaltige Geldanlagen.

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Durch die steigende Akzeptanz wächst das nachhaltig verwaltete Vermögen unaufhörlich. Nach Schätzungen des Sustainable Business Institute der European Business School (EBS) werden in Europa insgesamt 500 Mrd. Euro unter nachhaltigen Aspekten verwaltet. In den USA sind es noch weitaus mehr. Hier sind ökologische und ethische Geldanlagen bereits weit verbreitet. In den USA machen sie mit über zwei Billionen US-Dollar schon 10 Prozent des gesamten Anlagemarktes aus. Europa hinkt zwar wie so oft der US-Entwicklung hinterher, ist aber auf dem besten Weg aufzuholen. Das Marktwachstum liegt laut dem Deutschen Aktieninstitut bei 30 bis 40% pro Jahr. Als Katalysatoren könnten sich eine Reihe unlängst gestarteter politischer und privatwirtschaftlicher Initiativen erweisen. Aus Investorensicht ist sicherlich die Einführung spezieller Benchmarkindizes (FTSE4Good und DJ STOXX Sustainability) von Bedeutung.

Vorreiter in Europa ist Großbritannien. Einer der Haupttreiber dieser Entwicklung war zweifellos die Einführung der „Nachhaltigkeits-Berichtspflicht“ für betriebliche Pensionsfonds im Sommer 2000. Ähnliche gesetzliche Regelungen in Europa könnten für gehörigen Schub sorgen, zumal die private und betriebliche Altersvorsorge erheblich an Bedeutung gewinnen wird. In Österreich haben sich im Jahr 2005 die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Kapitalanlage von Pensionskassen zugunsten des nachhaltigen Investments geändert. Jede Pensionskasse muss in einer schriftlichen Erklärung über die Grundsätze der Veranlagungspolitik über eine allfällige Auswahl der Vermögenswerte nach ethischen, ökologischen und/oder sozialen Kriterien Auskunft geben.

Damit sind die Pensionskassen zwar nicht verpflichtet, solche Kriterien anzuwenden, die Konsumenten werden aufgrund dieser Berichtspflicht aber besser informiert und können die gewünschten Produkte gezielt nachfragen und auswählen. Es wird zumindest transparent, welcher Anbieter bei der Geldanlage ökologische, soziale und ethische Kriterien anwendet.

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Mit getragen wird die Hinwendung zu nachhaltigen Investments auch von der Europäischen Union. So ist Nachhaltigkeit in der EU im Primärrecht verankert. Anlässlich des Europäischen Rates von Göteborg wurde die EU-Nachhaltigkeitsstrategie vereinbart, um diese Bestimmungen zu operationalisieren. In ihrem Grünbuch zur Corporate Social Responsibility betont die EU ausdrücklich die kontinuierliche Verpflichtung von Unternehmen, in ihren Geschäftsentscheidungen neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten gleichermaßen soziale, ökologische und andere ethischen Prinzipien verpflichtende Aspekte zu berücksichtigen und dadurch langfristig zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen. Diese Verantwortung bezieht sich auf alle internen und externen Unternehmensprozesse sowie deren Auswirkungen auf Mensch, Natur und Gesellschaft.

Am Weltwirtschaftsgipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2002 in Johannesburg, auf der die Agenda für eine internationale ökologische und nachhaltige Entwicklung in den kommenden zehn Jahren festgelegt wurde, verkündete UN-Generalsekretär Kofi Annan „Das Konzept des nachhaltigen Wachstums wird der wichtigste Investmenttrend des 21. Jahrhunderts“.

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01.09.2010
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Nummer 1: Lipper Fund Award Deutschland für Bankhaus Schelhammer & Schattera KAG
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Lipper Fund Award 2010
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