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FAQ

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Nachhaltiges Investment – was ist das?

Bei einer nachhaltigen Geldanlage wird neben den klassischen Anlagekriterien Rendite, Risiko und Liquidität auch berücksichtigt, wie das Geld investiert wird. Es fließt eine vierte Dimension in die Anlageentscheidung ein, die man im weitesten Sinne als ethische Verantwortlichkeit bezeichnen kann. Ethische Verantwortlichkeit beinhaltet Sozialverträglichkeit, Umweltverträglichkeit und Kulturverträglichkeit.

Im angelsächsischen Raum hat sich als gemeinsamer Oberbegriff für nachhaltig ausgerichtete Investments der Terminus Socially Responsible Investments (SRI) eingebürgert. Dieser Begriff wird von EUROSIF, dem europäischen Dachverband der Anbieter solcher Geldanlagen, so definiert: Investments, bei denen neben finanziellen auch ethische, soziale und ökologische Zielsetzungen verfolgt werden.

 


Wie groß ist der Markt der nachhaltigen Investments?
 
Der Markt für ethische, ökologische und nachhaltigkeitsorientierte Kapitalanlagen hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Boom erlebt. Durch die steigende Akzeptanz wächst das nachhaltig verwaltete Vermögen unaufhörlich. Nach Schätzungen des Sustainable Business Institute der European Business School (EBS) werden in Europa insgesamt 500 Mrd. Euro unter nachhaltigen Aspekten verwaltet. In den USA sind es noch weitaus mehr. Hier sind ökologische und ethische Geldanlagen bereits heute weit verbreitet. In den USA machen sie mit über zwei Billionen US-Dollar schon 10 Prozent des gesamten Anlagemarktes aus. Europa hinkt zwar wie so oft der US-Entwicklung hinterher, ist aber auf dem besten Weg aufzuholen. Das Marktwachstum liegt laut dem Deutschen Aktieninstitut in den nächsten Jahren bei 30 bis 40% pro Jahr. Als Katalysatoren könnten sich eine Reihe unlängst gestarteter politischer und privatwirtschaftlicher Initiativen erweisen. Aus Investorensicht ist sicherlich die Einführung spezieller Benchmarkindizes (FTSE4Good und DJ STOXX Sustainability) von einiger Bedeutung.



Was zeichnet ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen aus?

 

Nachhaltiges Wirtschaften begreift das Unternehmen im Spannungsfeld von wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Kriterien. Umweltfreundliches Verhalten bedeutet z. B. Ressourcen zu schonen, Recycling zu betreiben oder direkt in der Sparte Umwelttechnologie tätig zu sein. Soziale Verträglichkeit bemisst man beispielsweise an bestimmten Mindeststandards im Betrieb, an der Mitarbeiterzufriedenheit und am betrieblichen Klima. Ebenso sollte das Unternehmen auf Sicherheit und Gesundheit bei der Produktion und bei den Produkten achten.

 

 

Welche Wirkungen hat der Markt auf die Unternehmen?

Von dem Markt für nachhaltigkeitsorientierte Kapitalanlagen können wichtige Impulse für die Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ausgehen. Je höher der Marktanteil dieser Anlageform ist und je attraktiver es damit für die Unternehmen wird, in den entsprechenden Investmentfonds vertreten zu sein bzw. den Anforderungen sozialökologisch motivierter Aktionäre zu genügen, desto stärker werden sich die Unternehmen bei ihrem Tun an den Kriterien dieser Anleger bzw. Fonds orientieren.

Der Beitrag nachhaltiger Geldanlagen für eine zukunftsfähige Entwicklung resultiert vor allem aus der Anwendung des „Best in Class-Prinzips“. Nach diesem Prinzip werden innerhalb einer Kategorie (z.B. Länder, Branche) stets die Anlageobjekte bevorzugt, die die Nachhaltigkeitskriterien jeweils am besten erfüllen. Dieser Ansatz fördert den Wettbewerb hin zu mehr Natur- und Sozialverträglichkeit in Ländern und Unternehmen. Damit kann mit einem Mittel des Marktes, nämlich Wettbewerb, die Übernahme ethisch-ökologischer Pflichten in der Marktwirtschaft plausibel gemacht werden. Somit wird der Finanzmarkt zu einer immer wichtigeren Einflussgröße auf globale aber auch regionale Umwelt- und Sozialprobleme. Durch eine richtungweisende Steuerung der Finanzströme ergibt sich ein enormes Potenzial, international und national gesellschaftliche Vorgänge nachhaltig zu gestalten und zu prägen.


Lohnt sich ein Investment auch unter Renditegesichtspunkten?

Zahlreiche Studien beweisen, dass Unternehmen, die Nachhaltigkeit in ihre Strategie einbeziehen, langfristig erfolgreicher sind als ausschließlich profitorientierte Unternehmen. Unternehmensstrategien, die auf soziale und ökologische Verantwortung ausgelegt sind, können etwa durch eine erhöhte Effizienz in Produktionsprozessen, eine erhöhte Arbeitsproduktivität (Stichwort: positives Betriebsklima) und ein verbessertes Produktimage zu erheblichen Wettbewerbsvorteilen führen. Die Verfolgung ökologischer und sozialer Ziele korreliert also positiv mit der Wertentwicklung eines Unternehmens.

Der wirtschaftliche Erfolg nachhaltig wirtschaftender Unternehmen ist aber auch kein Zufall: Besseres Kundenimage, höhere Energie- und Ressourceneffizienz in der Produktion, höhere Produktqualität, gesteigerte Mitarbeitermotivation – all diese Faktoren verschaffen häufig einen Vorsprung am Markt. Gleichzeitig ist ein offensives, modernes Umweltmanagement Zeichen dafür, dass ein Unternehmen auch sonst seine Hausaufgaben gemacht hat.

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