ExxonMobil setzt sich für Weltklimaabkommen ein

Während US-Präsident Trump einen Rückzug aus dem Weltklimavertrag andeutete, sieht der Energieriese Exxon Mobil das Abkommen als „wirksamen Rahmen für die Bewältigung der Risiken des Klimawandels“.

Energieriese Exxon setzt sich für Weltklimaabkommen ein.

Für Insider überraschend schnell haben die Vereinigten Staaten im Herbst 2016 das UN-Klimaabkommen, das 2015 in Paris beschlossen wurde, ratifiziert. Mit der neuen politischen Konstellation unter Präsident Trump ist diese Teilnahme fragwürdig geworden. Der US-Präsident kündigte bekanntlich einen Rückzug an, womit der weltweite Kampf gegen die Klimaerwärmung eine ganz zentrale Säule verlieren würde.

Genau an diesem Punkt geschah Bemerkenswertes: Der Energieriese Exxon Mobil, weltweite Nummer 1 in seiner Branche und vermeintlicher Top-Profiteur eines derartigen Schrittes, setzte ein Zeichen, und bat die US-Regierung, nicht aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Denn diese Vereinbarung sei „ein wirksamer Rahmen für die Bewältigung der Risiken des Klimawandels, weil es zum ersten Mal Emissionen sowohl in den Industrieländern, als auch in Entwicklungsländern wie China und Indien bekämpft!“

Das Magazin Fortune berichtete Ende März 2017: „In a letter sent to the White House on March 22 — days before President Donald Trump signed an executive order rolling back Barack Obama's climate legacy — Exxon told the administration that the Paris agreement is an "effective framework for addressing the risks of climate change" and that the U.S. is "well positioned to compete" under the deal.“

Für das ökologische Standbein der Nachhaltigkeitsbewegung ist das ein enorm positives Zeichen, dass sozusagen der innerste Kern der fossilen Industrie den Proponenten massiver Maßnahmen gegen die Erderwärmung die Hand reicht. Immerhin ist das erste Ziel die Dekarbonisierung – und das bedeutet nichts anderes, als dass in absehbarer Zeit alle fossilen Vorräte in der Erde verbleiben müssen.

Dekarbonisierung bedeutet auch Divestment, also eine Reaktion der Anleger, mit ihrem Geld Investitionen in anderen, nachhaltigeren Segmenten, im Umweltbereich beispielsweise bei den Erneuerbaren Energien, zu ermöglichen. Tatsächlich kam es in den letzten Jahren zu massiven Divestments, raus aus Öl- und Kohleunternehmen, hin zu erneuerbaren Energien. Insofern ist es schon aus strategischen Gründen erklärbar, dass Energieriesen wie ExxonMobil danach trachten, Geschäftsfelder wie z.B. das Gasgeschäft zu stärken, um bei Portfoliomanagern weiterhin Berücksichtigung zu finden. Erdgas verursacht einen deutlich niedrigeren Kohlendioxidausstoß als Kohle.

Exxon argumentiert, im Rahmen des Abkommens könnten die Vereinigten Staaten aufgrund ihrer reichhaltigen Erdgasreserven und ihrer „innovativen Privatindustrie, einschließlich der Öl-, Gas- und Petrochemie“ international konkurrenzfähig bleiben.

Laut einer aktuellen Aufstelluntg des deutschen Handelsblattes ist der US-Konzern ExxonMobil mit einem Jahresumsatz von 356,6 Mrd. Dollar der größte Öl- und Gaskonzern der Welt, gefolgt von der chinesischen PetroChina (329,7 Mrd.) und dem US-Konzern Chevron (197,4 Mrd.)

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